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Nun, da waren sich denn doch alle einig, die Gitarre ist fertig designed, Neuheiten wird es wohl nicht mehr geben - aus vorbei und akzeptiert. Und dann kommt es doch ganz dick. Alleine schon das Gigbag. Spielst Du Sopran-Saxophon fragt mich da einer. Nee, sag ich, Gitarre ...glaubt er nicht, hätte auch mal Musik gemacht und so, aber da könnte ja wohl keine Gitarre drin sein. Also machen wir das Gigbag auf. Darin befindet sich eine Frameworks Modern Classic. Das Teil ist in 2 Minuten zusammengebaut. Er nun wieder: Das ist doch keine Gitarre. Doch, sage ich, und was für eine.
Die Basis der Frameworks ist aus einem massiven Stück Mahagoni. Darauf befindet sich ein Griffbrett aus Ebenholz. Wer, wie gewohnt, zum Stimmen nach links greift, findet erst mal nichts, die Mechaniken, Im vorliegenden Fall aus dem Hause Schaller, befinden sich auf der Korpusseite des Halses. Die Seitenteile, Frames, werden an Metallstiften einfach an den Mahagoniblock gesteckt. Die Frames selbst bestehen aus Metall und haben einen Überzug aus Zellkautschuk.
Nimmt man das zusammengesteckte Instrument in die Hand, fällt erst mal auf, wie leicht es ist. Die Frameworks passt sich dem Körper ergonomisch phantastisch an. Wer im Stehen spielen will wird sich freuen, entsprechende Gurtpins sind schon angebracht. Der Hals ist mit einem Ölfinish versehen und liegt sehr gut in der Hand. Nach wenigen Minuten hat man sich intuitiv darauf eingestellt, das flüssige Spielen scheint sogar begünstigt zu werden. Das Profil ist schon schlanker, als man es von einer klassischen Gitarre gewohnt ist, das liegt aber am Modell. Es gibt verschiedene Varianten, hier haben wir eine Modern Classic, die eben etwas mehr in Richtung Fusion geht. Das Handling ist hervorragend, nach kurzer Zeit fühlt man sich auf der Frameworks absolut zu Hause. Der akustische Klang ist selbstverständlich sehr leise, zeigt sich aber äusserst ausgewogen, die Gitarre klingt schön und harmonisch aus. Das macht neugierig auf den verstärkten Betrieb, dafür wurde die Frameworks schließlich in erster Linie konzipiert.
Die Elektrik der Frameworks kann ebenfalls mit einigen Vorzügen aufwarten. Das Pickupsystem ist von RMC. Es sind 6 einzelne Saitensensoren. Diese Trennung ist wichtig, da die Frameworks mit einem Ausgang ausgestattet ist, der GK-kompatibel ist. Man kann mit der Frameworks somit direkt ohne zusätzliche Einbauten in die handelsüblichen Gitarrensynthesizer gehen. Dies geschieht über einen Mehrpolausgang, der zum Marktstandard geworden ist. Ferner verfügt die Gitarre natürlich über einen regulären Klinkenausgang. Außerdem finden wir 2 Volumenregler, einer für die Gitarre selbst, der zweite für das entsprechend angeschlossene Synth System. Für diesen Einsatz gibt es an der unteren Seite des Mahagoniblocks noch 2 Taster, welche die UP - Down Funktionen des GK Pickups übernehmen können, wie z.B. Programme hoch oder runter schalten. Die Frameworks kommt also ohne Equalizer aus, umso spannender der verstärkte Einsatz. Am Akustikverstärker klingt die Frameworks sehr ausgewogen und rund. Genauso stellen wir uns den Klang einer Akustikgitarre vor. Es ist schon erstaunlich, wo die Frameworks diese Soundtiefe hernimmt. Ist es ein Nachteil, keinen Equalizer am Instrument zu haben? Im Fall der Frameworks sicher nicht. Das Instrument reagiert so sensibel auf den Anschlag, dass alle Nuancen direkt hörbar sind. Der Spieler ist immer noch der beste Equalizer durch seine Dynamik und seinen Stil, dieses Instrument gibt eben das ungefiltert wieder - beeindruckend!
Selbstverständlich kann natürlich über den Verstärker nachgeholfen werden, verschiedene persönliche Preferenzen zu unterstützen. Hierbei verliert die Gitarre aber niemals ihren Charakter, ein vermischen, bis sie nicht mehr schön klingt, ist mehr oder minder unmöglich. Am PA System zeigt sich die Frameworks genauso kultiviert. Auch hier treten weder Bass noch Höhen in den Vordergrund, alles bleibt ausgewogen differenziert. Von technischer Seite dürfte der Frameworks also nichts passieren, die Mixing Engineers werden sie lieben.
Darf es noch ein wenig mehr sein? Darf es. Ich schließe die Frameworks an einen Roland VG-88 an. Sie ist jetzt so verkabelt, dass beide Ausgänge belegt sind, die Frameworks geht direkt über den Klinkenausgang in einen Kanal, und ebenfalls über den Mehrpolstecker nebst VG-88 in einen weiteren Kanal. An dieser Stelle wird der Einsatz des Instruments grenzenlos. Eine Stunde Test brachten mindestens 5 brauchbare Songfragmente. Selbst Distortionsounds liefen problemlos ab (Wir reden immer noch über eine Nylonsaiten-Gitarre). Die Frameworks trägt den Titel Modern Classic zurecht.
Ein weiterer Test an einem Roland GR-33 zeigte ein erstaunliches Tracking. Aus der Vergangenheit kennt man die Probleme mit der korrekten Tonerkennung bei Synthesizer Systemen. Die Frameworks zeigt sich sehr sicher, was da aus den Lautsprechern kommt ist auch wirklich das, was gespielt wurde. Hier bringt das Ebenholzgriffbrett seinen Teil bei, in erster Linie schlägt hier aber sicherlich die schon erwähnte akustische Ausgewogenheit des Instrumentes zu Buche. Wer sich in der Vergangenheit eine blutige Nase beim Experimentieren mit Gitarrensynthesizern geholt hat, wird hier sicherlich kuriert. Die Gitarre ist für den ambitionierten Spieler unbedingt empfohlen.
Wer baut die Frameworks eigentlich? Die Frameworks wird in Handarbeit von dem Gitarrenbauer Frank Krocker hergestellt. Die vielen Details und extravaganten Problemlösungen dieses Konzeptes sprechen alleine für seine Kompetenz. Man muss jedoch wissen, dass Frank Krocker lange Jahre konventionelle Gitarren gebaut hat und somit ganz genau weiß, worum es geht. In Bezug auf Qualität habe ich Frank als 700% kennengelernt, man kann die Frameworks blind bestellen, wird sich aber, aufgrund der recht hohen Nachfrage, auch ein wenig länger darauf freuen müssen.
UNTER DEM STRICH
Wer da glaubt, das ist eine Übungs- oder Reisegitarre, oder gar ein Fischer-Technik Bausatz für die Großen, hat sich gehörig geschnitten. Die Frameworks ist ein hochprofessionelles Gerät und wird eben diesem Einsatz vollständig gerecht. Ob Avantgardist, Fusionspieler oder Klassiker, alle werden die Frameworks lieben. Die Gitarre würde es jedem leicht machen, sie als Hauptinstrument zu wählen. Dabei bringt sie jede Menge Neuheiten und Details mit, immer im Sinne des Klangs, nicht um abgefahren auszusehen. Frank Krocker hat schon noch ganz deutlich am eingangs erwähnten Design-Rad gedreht.
Man sagt dem großen Segovia nach, er hätte bei Flügen zu seinen Konzerten immer 2 Sitze gebucht, einen für sich und einen für sein Instrument. Die Frameworks ist den Sitz definitiv wert - passt aber auch ins Handgepäckfach....
wt
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